Beim Firmenumzug müssen Möbel und Kartons ihren neuen Platz finden. Gleichzeitig sollen Mitarbeitende wissen, wann sie wo arbeiten können und wer bei offenen Fragen entscheidet. Diese Checkliste hilft Ihnen, den Standortwechsel als überschaubares Projekt zu planen: mit klaren Zuständigkeiten, einem brauchbaren Inventar und überprüfbaren Aufgaben. Der Zeitplan ist ein Planungsvorschlag. Passen Sie ihn an die Grösse Ihres Betriebs, Ihre Räume und die beteiligten Dienstleister an.
1. Legen Sie fest, was am ersten Arbeitstag funktionieren muss
Beginnen Sie mit einer konkreten Frage: Welche Arbeiten müssen am neuen Standort als Erstes möglich sein? Ein Empfang braucht vielleicht Telefon und Terminübersicht. Eine andere Abteilung benötigt Zugriff auf eine bestimmte Anwendung oder auf physische Unterlagen. Sammeln Sie diese Voraussetzungen je Team.
Schreiben Sie nicht nur «Büro fertig» in den Plan. Benennen Sie überprüfbare Punkte, zum Beispiel: Der Empfang kann Anrufe annehmen; die zuständige Person kann sich an ihrem Arbeitsplatz anmelden; das benötigte Material steht im richtigen Raum. Daraus ergibt sich, welche Räume, Möbel und Geräte zuerst eingerichtet werden sollten.
Halten Sie ausserdem fest, welche Arbeiten während des Umzugs ruhen dürfen und für welche eine Übergangslösung benötigt wird. Die zuständige Führungsperson entscheidet über diese Prioritäten. So wird die Reihenfolge des Umzugs aus dem tatsächlichen Arbeitsbedarf abgeleitet.
2. Verteilen Sie Aufgaben und Freigaben
Eine Person hält den Gesamtplan zusammen. Das bedeutet nicht, dass sie sämtliche Fachfragen selbst lösen muss. Legen Sie für jede Aufgabe fest, wer sie ausführt und wer das Ergebnis freigibt. Ein Name oder eine eindeutig besetzte Rolle ist hilfreicher als «das Team».
| Aufgabe | Ausführung abstimmen mit | Freigabe durch |
|---|---|---|
| Termin, Budget und Prioritäten | Projektleitung | Verantwortliche Geschäfts- oder Bereichsleitung |
| Inventar und Zielräume | Ansprechpersonen der Abteilungen | Projektleitung |
| Internet, Telefonie, Geräte und Anwendungen | Zuständige IT-Fachpersonen und Anbieter | Interne IT-Verantwortung |
| Zugänge, Lift, Schlüssel und Gebäudefragen | Verwaltung oder Gebäudeverantwortliche | Zuständige interne Kontaktperson |
| Transport, Packen und Montage | Beauftragte Umzugsfirma nach vereinbartem Umfang | Projektleitung |
| Informationen an Mitarbeitende und Kontaktpersonen | Zuständige interne Stelle | Projektleitung |
| Kontrolle der Räume und Restpunkte | Zuständige Fach- und Abteilungspersonen | Benannte Abnahmeverantwortung |
Planungsvorschlag
Ergänzen Sie die Tabelle um Kontaktdaten und Stellvertretungen in Ihrem internen Plan. Diese Angaben gehören nicht auf öffentlich sichtbare Kartons oder Projektseiten.
3. Nutzen Sie einen Zeitplan mit klaren Ergebnissen
Die folgende Reihenfolge ist ein Vorschlag für die Organisation. Ein kleiner Büroumzug kann weniger Vorlauf benötigen; umfangreiche Technik, mehrere Etappen oder noch nicht fertige Räume können deutlich mehr Zeit beanspruchen. Entscheidend sind die Abhängigkeiten, nicht die Zahl der Wochen.
Etwa 8–12 Wochen vorher
- Zu klären
- Projektleitung, Zielräume, betriebliche Prioritäten, Beteiligte
- Ergebnis, das vorliegen sollte
- Verantwortlichkeiten und grober Terminplan
Etwa 6–8 Wochen vorher
- Zu klären
- Inventar, Zugänge, IT-Voraussetzungen, benötigte Angebote
- Ergebnis, das vorliegen sollte
- Überschaubare Aufgabenliste und erster Zielraumplan
Etwa 3–4 Wochen vorher
- Zu klären
- Leistungsumfang, Reihenfolge, Packzuständigkeiten, externe Termine
- Ergebnis, das vorliegen sollte
- Abgestimmter Ablauf und freigegebene Aufträge
Etwa 1–2 Wochen vorher
- Zu klären
- Beschriftung, Mitarbeitendeninformation, technische Bereitschaft
- Ergebnis, das vorliegen sollte
- Bekannte Restpunkte mit Verantwortlichen
Am letzten Arbeitstag vorher
- Zu klären
- Daten-/Gerätefreigaben, Verpackung, Schlüssel, Notfallkontakte
- Ergebnis, das vorliegen sollte
- Bestätigung, was transportbereit ist
Am Umzugstag
- Zu klären
- Verladung, Zuordnung, Kontrolle und Änderungen
- Ergebnis, das vorliegen sollte
- Dokumentierte Übergaben und Restpunkte
An den ersten Arbeitstagen danach
- Zu klären
- Arbeitsplatzfunktion, fehlendes Material, Nacharbeiten
- Ergebnis, das vorliegen sollte
- Freigegebener Betrieb und abgearbeitete Restpunkte
Planungsvorschlag, keine Frist
Fragen Sie beteiligte Fachpersonen früh nach ihrem eigenen Vorlauf. Ein reservierter Transporttermin bestätigt beispielsweise noch nicht, dass ein neuer Anschluss rechtzeitig bereitsteht.
4. Erstellen Sie ein Inventar, mit dem jemand arbeiten kann
Die Inventarliste soll Entscheidungen ermöglichen. «Zehn Tische» sagt noch nicht, ob diese demontiert werden müssen oder in welchen Raum sie gehören. Erfassen Sie deshalb je Gegenstand oder sinnvoller Gruppe eine eindeutige Kennung, den bisherigen Ort, den Zielraum und die geplante Behandlung.
| Feld | Was eingetragen wird |
|---|---|
| Kennung | Kurze eindeutige Nummer oder Bezeichnung |
| Gegenstand / Gruppe | Verständliche Beschreibung, bei Bedarf Anzahl |
| Bisheriger Raum | Aktueller Standort |
| Zielraum | Kennung aus dem neuen Raumplan |
| Entscheidung | Mitnehmen, einlagern, separat klären oder nach Freigabe entsorgen |
| Vorbereitung | Verpacken, demontieren, sichern oder durch Fachperson freigeben |
| Zuständig | Wer die Vorbereitung erledigt |
| Status | Offen, geklärt oder transportbereit |
Kopiervorlage für Ihre interne Inventarliste
Entscheiden Sie vor dem Packen, was am neuen Standort noch gebraucht wird. Gegenstände ohne Freigabe zum Mitnehmen oder Entsorgen kommen auf eine separate Klärungsliste. Für vertrauliche Akten und Datenträger stimmen Sie Zugriff und Behandlung mit der verantwortlichen Person in Ihrem Betrieb ab.
5. Verbinden Sie Zielraumplan, Etiketten und Inventar
Vergeben Sie für die neuen Räume kurze Kennungen und verwenden Sie dieselben Kennungen in der Inventarliste und auf den Etiketten. Ein Karton sollte am Ziel ohne Rückfrage zugeordnet werden können. Die Beschriftung nennt deshalb den Zielraum und bei Bedarf einen Arbeitsplatz oder Bereich.
Beispiel für eine Kennung: «B-12 / Arbeitsplatz 04 / Karton 2 von 3». Das ist ein Beschriftungsbeispiel, keine Empfehlung für ein bestimmtes Raumlayout. Wichtig ist die durchgängige Verwendung Ihrer eigenen Kennungen.
Hängen Sie den freigegebenen Raumplan am neuen Standort zugänglich aus. Kennzeichnen Sie sensible Inhalte nur so weit, wie die Zuordnung es erfordert. Passwörter, vertrauliche Kundennamen und genaue Akteninhalte gehören nicht auf frei sichtbare Transportetiketten. Änderungen am Raumplan werden zentral weitergegeben, damit nicht mehrere widersprüchliche Versionen im Umlauf sind.
6. Planen Sie IT-Aufgaben als eigenes Arbeitspaket
Der Transport eines Geräts und seine betriebsbereite Einrichtung sind unterschiedliche Aufgaben. Legen Sie mit den zuständigen Fachpersonen fest, wer Geräte abschaltet, abbaut, sichert, transportbereit übergibt, wieder anschliesst und testet. Prüfen Sie auch die Voraussetzungen am Ziel: passende Anschlüsse, Stromversorgung, Netzwerk, Internet und Telefonie.
Die IT-Verantwortlichen sollten vor dem Umzug bestätigen, dass benötigte Sicherungen vorhanden und Wiederherstellungsverfahren geprüft sind. Welche Daten, Anwendungen und Systeme betroffen sind, entscheiden diese Fachpersonen. Lassen Sie sich den Freigabestand für das Abschalten und später für die Inbetriebnahme nennen.
Halten Sie für den ersten Arbeitstag eine kurze Prüfliste bereit: Anmeldung, benötigte Anwendungen, Zugriff auf erforderliche Dateien, Telefonie und vereinbarte Gerätefunktionen. Prüfen Sie die für Ihren Betrieb tatsächlich wichtigen Aufgaben. Ein eingeschalteter Bildschirm allein bestätigt noch keinen arbeitsfähigen Arbeitsplatz.
Bei BRAUN koordinieren Sie das Ab- und Anschliessen der IT mit Ihren zuständigen Fachpersonen. Den vereinbarten Gerätetransport stimmen Sie passend dazu ab.
7. Prüfen Sie die Wege an beiden Standorten
Gehen Sie den Weg vom bisherigen Raum bis zum Fahrzeug und vom Fahrzeug bis zum neuen Raum durch. Klären Sie Zufahrt, Ladeplatz, Türbreiten, Treppen, Lift und die nutzbaren Zeiten. Teilen Sie sperrige oder besonders empfindliche Gegenstände der beauftragten Firma vorab mit.
Besprechen Sie mit den Gebäude- oder Verwaltungsverantwortlichen, wer Zugänge öffnet, Schlüssel übergibt und gegebenenfalls einen Lift oder Ladebereich abstimmt. Wenn eine Fläche reserviert oder eine Bewilligung benötigt wird, muss die zuständige Person dies für die konkrete Adresse klären. Diese Checkliste ersetzt keine objektbezogene Abklärung.
Am Umzugstag sollte an jedem relevanten Standort eine erreichbare Ansprechperson bekannt sein. Notieren Sie auch, wer entscheidet, falls ein Zugang nicht verfügbar ist oder sich die Zuordnung eines Gegenstands ändert.
8. Grenzen Sie die beauftragten Leistungen ab
Vergleichen Sie Angebote anhand derselben Aufgaben. Sind Transport, Verpackungsmaterial, Ein- und Auspacken, Demontage, Montage oder eine Zwischenlagerung enthalten? Was bereitet Ihr Team selbst vor? Welche Arbeiten übernimmt ein anderer Dienstleister?
Halten Sie die vereinbarte Aufteilung schriftlich fest. Wenn sich Inventar, Zugang oder Termin ändern, klären Sie die Folgen vor der Ausführung. So bleibt sichtbar, welche Aufgaben tatsächlich beauftragt sind und welche noch eine Entscheidung brauchen.
Planen Sie die Reinigung bisheriger oder neuer Räume separat in den Ablauf ein, sofern sie benötigt wird. Stimmen Sie Zustand, Übergabetermin und Zugang ab. Bei BRAUN gilt für Reinigungen ein kleineres Einsatzgebiet rund um Kreuzlingen als für Firmenumzüge; prüfen Sie die konkrete Adresse vor der Buchung.
9. Informieren Sie Mitarbeitende mit einer kurzen Handlungsanweisung
Mitarbeitende benötigen vor allem klare Antworten: Bis wann wird gepackt? Welche Gegenstände werden selbst mitgenommen? Wie werden Kartons beschriftet? Wo befinden sich persönliche Arbeitsplätze nach dem Umzug? Wer hilft bei Fragen?
Fassen Sie diese Angaben in einer kurzen internen Mitteilung zusammen und nennen Sie eine zentrale Kontaktperson. Teilen Sie Änderungen über denselben vereinbarten Kanal mit. Prüfen Sie separat, welche Kunden, Lieferanten, Dienstleister oder regelmässigen Besucher eine neue Adresse, Anfahrt oder Kontaktinformation brauchen. Zuständigkeit und Versandtermin gehören in den Plan.
Gehen Sie nicht davon aus, dass jede Person den gesamten Projektplan liest. Geben Sie jeder Gruppe die Aufgaben, die sie tatsächlich erledigen oder beachten muss.
10. Kontrollieren Sie die Bereitschaft vor dem Umzugstag
Prüfen Sie gemeinsam den Stand der offenen Aufgaben. Für jede Abteilung sollte bekannt sein, welche Gegenstände transportbereit sind, welche noch benötigt werden und welche eine Fachfreigabe brauchen. Legen Sie Material und Unterlagen, die am ersten Arbeitstag sofort gebraucht werden, eindeutig erkennbar und passend geschützt bereit.
Bestätigen Sie nochmals Termin, Zugänge, Kontaktpersonen, Zielraumplan und beauftragten Umfang. Sind neue Räume oder technische Voraussetzungen noch nicht bereit, braucht es eine bewusste Entscheidung: Reihenfolge anpassen, Teilbereich später umziehen oder eine andere abgestimmte Lösung wählen.
Lassen Sie eine ungeklärte Aufgabe nicht lediglich ohne Namen in der Liste stehen. Ergänzen Sie jeweils die zuständige Person, den nächsten Schritt und den Zeitpunkt der Entscheidung.
11. Führen Sie am Umzugstag eine einfache Übergabeliste
Die Projektleitung hält Kontakt zu den Ansprechpersonen an beiden Standorten. Transportbereit übergebene Bereiche werden nachvollziehbar gekennzeichnet. Am Ziel prüfen die zuständigen Personen, ob Möbel und Kartons in den vorgesehenen Räumen stehen und die vereinbarten Arbeiten ausgeführt wurden.
Erfassen Sie Abweichungen, sobald sie auffallen. Eine kurze Liste reicht: Gegenstand oder Bereich, festgestellter Punkt, zuständige Person und nächster Schritt. Änderungen an der Reihenfolge oder am Umfang werden über die benannte Entscheidungsrolle abgestimmt.
Nach dem Ausladen lohnt sich ein kontrollierter Rundgang. Prüfen Sie auch Nebenräume und vereinbarte Montagearbeiten. Technische Systeme geben die zuständigen Fachpersonen frei; diese Kontrolle ist nicht automatisch Teil der Transportabnahme.
12. Prüfen Sie den Start des Betriebs und schliessen Sie Restpunkte ab
Nutzen Sie jetzt die am Anfang festgelegten Aufgaben für den ersten Arbeitstag. Die verantwortlichen Personen prüfen, ob ihre Bereiche die benötigten Tätigkeiten ausführen können. So erhält der Projektabschluss eine klare Grundlage.
Sammeln Sie fehlendes Material, offene Montagepunkte oder technische Fragen zentral. Vergeben Sie für jeden Restpunkt eine verantwortliche Person und einen Termin. Trennen Sie dabei Aufgaben der Umzugsfirma, interne Arbeiten und Arbeiten anderer Dienstleister.
Wenn die vereinbarten Leistungen kontrolliert und Restpunkte bearbeitet sind, aktualisieren Sie Inventar und Raumzuordnung. Halten Sie kurz fest, welche Vorbereitungen hilfreich waren und welche Informationen beim nächsten Standortwechsel früher benötigt würden. Diese kleine Nachbereitung macht aus dem Umzug einen wiederverwendbaren Ablauf.
